Der Präsident von Socar, Rovnag Abdullayev.

Der staatliche Energiekonzern Socar aus der rohstoffreichen Südkaukasusrepublik Aserbaidschan übernimmt zwei Drittel des griechischen Gasversorgers Desfa. Socar zahlt dafür 400 Millionen Euro, wie der Chef des griechischen Privatisierungsfonds, Ioannis Emiris, nach der Unterzeichnung der Verträge im griechischen Rundfunk mitteilte.

Der Verkauf ist mit der geplanten 3500 Kilometer langen Trans-Adria-Pipeline (TAP) verbunden: Bereits im Juni hatte das aserbaidschanische Gaskonsortium Shah Deniz II bekanntgegeben, sein Gas durch die Trans-Adria-Pipeline nach Westeuropa zu pumpen. Damit ging damals das von der EU unterstützte Nabucco-Projekt leer aus. Die Trans-Adria-Pipeline wird von Aserbaidschan durch die Türkei, Griechenland und Albanien nach Italien verlaufen.

Ab 2019 sollen so im Kaspischen Meer neu entdeckte Erdgasvorkommen gefördert werden und das Gas dann über die Transanatolische Pipeline (TANAP) und die Trans-Adriatische Pipeline (TAP) nach Europa fließen.

Die aserbaidschanische Regierung signalisierte bereits auf dem EU-Gipfel zur Östlichen Partnerschaft großes Interesse an einem Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den Ländern der Europäischen Union. (dpa/dtj)