Fatih Terim und Arda Turan beim Abschlusstraining vor dem WM-Quali-Spiel in Estland. Die Türkei braucht drei Punkte, um weiter eine Chance auf das WM-Ticket zu haben.
Arda Turan (Barcelona) und Fatih Terim (Nationalmannschaft Türkei) gegen Ende ihrer langjährigen Freundschaft. Arda Turan fühlt sich von Trainer Fatih Terim hintergangen.

Die Türkei trifft am heutigen Freitag um 20:30 Uhr beim vorletzten Gruppenspiel der WM-Qualifikation in Talinn auf Estland und darf sich keinen Ausrutscher im Baltikum erlauben. Um die Chance auf ein „Alles-oder-nichts“-Spiel gegen die Niederlande zu wahren, muss die türkische Nationalelf unbedingt drei Punkte einfahren. Trainer Fatih Terim (re.) weiß, dass es kein leichtes Spiel gegen die Esten wird. Bei der gestrigen Pressekonferenz verdeutlichte er noch einmal die Bedeutung des schwierigen Auswärtsspiels.

Hoffen auf Finalspiel gegen Holland

„Wir sind uns bewusst, dass morgen nur der Sieg zählt. Alles andere kommt nicht in Frage. Wenn die türkische Nationalmannschaft etwas erreichen will, muss sie diese Art von Spielen siegreich gestalten. Es steht vieles auf dem Spiel. Morgen gelten keine Ausreden. Wir werden rausgehen und siegen, damit das letzte Gruppenspiel gegen Holland den Finalcharakter beibehält“, stellte der erfahrene Coach unmissverständlich klar.

Terim warnt vor Estland

Terim und seine Schützlinge sind jedoch gewarnt. Estland ist aus der Rolle eines „Fußballzwerges“ herausgeschlüpft und hätte beinahe die niederländische Auswahl geschlagen, wenn nicht Robin van Persie in der Nachspielzeit per Elfmeter den 2:2-Ausgleich erzielt hätte. Der 60-Jährige bewahrt bei all dem Druck jedoch die Ruhe und hofft auf niederländische Schützenhilfe: „Panik ist jetzt unangebracht. Wir werden unser normales Spiel abrufen und die Partie dominieren. Wir müssen ruhig bleiben, denn die drei Punkte haben eine enorme Bedeutung. Wir hoffen, dass Holland morgen gegen Ungarn gewinnt und auch das Rumänien-Spiel ist nicht ganz unwichtig.“ Die Türkei liegt derzeit mit 13 Punkten auf Platz drei und muss auf einen Ausrutscher der Ungarn hoffen.

Startelf steht bereits fest

Überraschenderweise gab Terim sogar schon die heutige Startelf bekannt. Demnach steht Volkan Demirel im Tor. Die Viererkette bilden Gökhan Gönül, Semih Kaya, Ömer Toprak und Caner Erkin. Im türkischen Mittelfeldzentrum sollen Mehmet Topal und Selçuk İnan die Fäden ziehen, über die Flügel attackieren Gökhan Töre und Arda Turan und im Sturm soll das Galatasaray-Duo bestehend aus Burak Yılmaz und Umut Bulut auf Torejagd gehen. „Ich glaube daran, dass wir gegen Holland den Einzug in die Play-Offs selbst in der Hand haben werden, denn meine Spieler haben sich das verdient“, äußerte Terim abschließend auf der Pressekonferenz. Auch Starspieler Arda Turan (li.) von Atletico Madrid glaubt noch an das WM-Ticket. Gegenüber „Ntv Spor“ sagte er: „Ich hoffe, wir werden alle zusammen nach Brasilien fliegen“.