Wie der Central Park in New York: Riesiger Stadtpark für Istanbul

Der neue Park soll im Bereich des Angers von Çırpıcı und des Veliefendi-Hippodroms gebaut werden, so Topbaş (Foto) beim Sahur mit den Bürgern Istanbuls auf dem Sultanahmet-Platz. Sahur ist das Essen, das vor dem Sonnenaufgang gereicht wird, um über den Tag hindurch am Ramadan fasten zu können.

Topbaş sagte: „Wenn das Veliefendi-Hippodrom zum geschützten Gebiet erklärt und als solches registriert wird, werden wir einen Bereich von insgesamt 1 Mio. m² zuzüglich den 500 000 m² zum Çırpıcı-Anger hin haben. Das wird die größte Grünfläche im Zentrum Istanbuls, eine Anlage wie der Central Park in New York. Und das ist erst der Anfang.“

Die Medien gaben am Freitag bekannt, dass der Reitsportverband TJK am 5. April einen Antrag auf Registrierung des Veliefendi-Hippodrome als Kulturstätte im Sinne der Vorgaben des 1. Gremiums der Stadt Istanbul für die Erhaltung von Kulturgütern und Naturdenkmälern, nachdem Gerüchte laut geworden waren, wonach ein Grundstück von 73 000 m² auf dem Territorium des Hippodroms an Immobilienmagnaten der Ağaoğlu-Gruppe verkauft werden solle.

Topbaş sagte, dass bereits seit zwei Jahren daran gearbeitet werde, einige Flächen in dieser Zone, die eigentlich in Privatbesitz stehen, für die Allgemeinheit öffnen zu können, um diese zusammenfügen und zu einem riesigen Stadtpark ausbauen zu können, von dem 3 Millionen Menschen profitieren können sollten.

Gemeinde bemüht sich um Gewinnung von Grünflächen

Topbaş erwähnte auch, dass der Stadtrat von Istanbul bereits zuvor Schritte in Richtung der Schaffung eines Stadtparks gesetzt hätte, indem man ein Wiederbebauungsprojekt auf dem gemeindeeigenen Çırpıcı-Anger beendet habe.

Dem Stadtoberhaupt zufolge soll der Park nach Vollendung des Projekts zu einem wichtigen Regionalpark werden, besonders für die Istanbuler Bezirke Bakırköy, Zeytinburnu, Güngören und Bahçelievler und eine weithin bekannte Attraktion auch für den Rest der Stadt.

Topbaş erklärte, dass die Bewohner der europäischen Seite Istanbuls den Park einfach erreichen würden, da im Rahmen der öffentlichen Verkehrsmittel sowohl ein Bahn- als auch ein Schiffsweg vorhanden seien.

Der Oberbürgermeister betonte auch, dass es viele ähnliche Projekte gebe. Das Ziel der Gemeinde sei die Gewinnung von Grünflächen und deren Nutzung durch die Öffentlichkeit. Das Ziel sei nicht das Einzäunen der Fläche für irgendwelche Konstruktionen, entgegen gegnerischen Anschuldigungen.

Der Oberbürgermeister gab auch noch einige andere Beispiele für grüne Projekte der Gemeinde bekannt: So wurde die Erlaubnis zurückgezogen, den Anger von Kuşdili in der Nähe des Marktplatzes von Kadıköy, der derzeit als Marktplatz genutzt wird, wieder zu bebauen. Es gäbe Pläne, diese Flächen in Grünflächen umzugestalten.

Umweltaktivisten auf dem Uludağ

Auf dem Berg Uludağ, einer Touristenattraktion westlich von Bursa, blockierten Gruppen von Umweltaktivisten unterdessen das Zersägen von Kiefern, indem sie sich an diese anketteten in der Absicht, ein Skiliftprojekt zu verhindern. Dies berichteten türkische Medien am Samstag.

Insgesamt 200 Protestierende der Umweltgruppe DOĞADER protestierten dagegen, dass 4000 zwischen 50 und 100 Jahre alte Bäume abgesägt werden sollen. Sie führten auch eine Demonstration in Sarıalan, einem Bezirk von Bursa in der Nähe des Uludağ, durch. Die lokalen Behörden betonten, dass die von den Aktivisten genannte Anzahl der zu fällenden Bäume übertrieben sei und dass nur dort Bäume weichen sollten, wo dies für die Skilift-Linie unabdingbar notwendig sei.

Die den Horon – einen Volkstanz aus der westlichen Schwarzmeerregion – tanzenden und Dudelsack spielenden Aktivisten forderten in einem Statement, dass die Skilifte jenseits der Baumgrenze gebaut werden sollten.

Eine Reihe von Bäumen war bereits als Teil eines Projektes, im Zuge dessen die bestehende Skilift-Linie von Sarıalan zu den örtlichen Hotelanlagen hin erweitert werden sollte, gefällt worden. Dieses Projekt war im Vorfeld von zwei Universitäten und dem Denkmalgremium für unbedenklich erklärt worden. Die Aktivisten wiesen darauf hin, dass die Beamten versprochen hätten, die Bäume nicht zu beschädigen, als zum ersten Mal von der Skilift-Linie die Rede gewesen sei.

Caner Gökbayra, Sprecher der DOĞADER, sagte, man wäre nicht gegen einen Skilift, da dieser eine umweltfreundliche Transportalternative sei. Man würde jedoch nicht wegsehen, wenn es um das Fällen von Bäumen gehe.