Istanbuler Börse setzt auf Nasdaq-Technologie

Das Betriebssystem von Nasdaq wird fast vollständig von der Istanbuler Börse übernommen werden. Es soll alle Vermögensklassen und -werte umfassen, selbst die Energieverträge sollen auf diesem Wege verwaltet werden. Nasdaq gab am Mittwoch bekannt, dass das Abkommen die Bedeutung Istanbuls in der Welt der Finanzen deutlich anheben und die regionale Position der Metropole als Finanzstandort in Südosteuropa und im Nahen Osten stärken werde.

„Unser Ziel ist es, die Borsa Istanbul zu einem führenden Multi-Asset-Handelsparkett auszubauen. Wir wollen Emittenten, Investoren und Händlern aus der ganzen Welt eine hochmoderne Handelsplattform anbieten“, erklärte Ibrahim Turhan, Präsident der Borsa Istanbul. Die Partnerschaft zwischen der Nasdaq OMX und der Borsa Istanbul werde sich besonders auf zwei Bereiche konzentrieren: Einerseits gehe es den Istanbulern um einen wichtigen Technologie-Transfer. Andererseits gehe man eine Investitionspartnerschaft in Eurasien ein, um gemeinsam von Geschäftschancen in dieser Region zu profitieren.

Die Türkei führte im bisherigen Verlauf dieses Jahres die Istanbuler Börse sowie den Gold- und Derivate-Handel zur Borsa Istanbul zusammen. Mit einer nun geplanten Privatisierungswelle möchte man sich auf dem globalen Finanzmarkt Aufmerksamkeit verschaffen und gleichzeitig weltweit führende Investmentbanken und Händler anziehen. Die Borsa Istanbul wird voraussichtlich 2016 mit Aktien an den Markt gehen, gab Turhan zuletzt im Juni bekannt.

Der Vertrag über die amerikanisch-türkische Partnerschaft wird aller Voraussicht nach im September unterzeichnet werden. Bis zuletzt stand auch eine Kooperation mit der London Stock Exchange L.S.E. zur Debatte. Dies hatte Ali Babacan (Foto, mi.), türkischer Staatsminister für Wirtschaft, im Mai verlautbart.